Kapitelübersicht
- Aufschieberitis - ein merkwürdiges Phänomen
- Aufschieberitis - genauer betrachtet
- Aufschieberitis - die Lösung
Deutsches Wörterbuch*
- aufschieben
- durch Schieben öffnen (Schiebetür); auf etwas anderes schieben; <Bgb.> in den Förderkorb schieben (Förderwagen); <fig.> hinausschieben, verschieben bis später, verzögern; eine Reise, ein Vorhaben ~; etwas von einem Tage zum anderen ~
1. Aufschieberitis - ein merkwürdiges Phänomen
Es zieht sich durch alle Schichten und alle Altersgruppen. Wir haben etwas zu tun und oft hat es sogar eine gewisse Dringlichkeit - und verschieben es: Aufschieberitis Es wird dringlicher und dringlicher - wir verschieben es wieder und wieder: Aufschieberitis ... . Irgendwann ist der Druck hoch genug - wir handeln. Dann ist der ganze Vorgang in ein paar Stunden erledigt, es ist ein super Gefühl, es fertig zu haben und wir fragen uns, weshalb wir das so lange vor uns hergeschoben haben: immer mit einem schlechten Gewissen. Jeder kennt sie: die Aufschieberitis.
Sie ähnelt nicht nur in einer Hinsicht dem Phänomen: Positives Denken. Es stehen noch und nöcher Bücher über dieses Thema: Aufschieberitis zur Verfügung. Nur einen wirklichen Nutzen haben sie meist nicht. Die Ursachen liegen oft tief - und zwar jenseits dessen, was ich kognitiv über mich erfahren kann. Ich kann darüber lesen, ich erkenne mich wieder, es liest sich ganz nett - das war's dann aber auch schon.
2. Aufschieberitis - genauer betrachtet
Es handelt sich also bei der Aufschieberitis zunächst immer um einen Handlungswiderstand, eine Blockade, die zunächst größer ist, als das Motiv zu handeln. Oft wird der Druck erst sehr hoch, bis das Handlungsmotiv dann plötzlich überwiegt und wir damit die Hemmung überwinden - oder besser, sie überwunden wird - aber: Wir werden gelebt!
Mit anderen Worten ist das klare Bild, das die Notwendigkeit erzeugt irgendwann so klar, dass es dann plötzlich wie von selbst läuft und die Arbeit sogar richtig Spaß macht.
Es ist darüberhinaus ein häufiges Phänomen, dass es sich oft um Tätigkeiten handelt, die wir mit Abstand betrachtet durchaus beherrschen oder die sogar Spaß machen. Es hat meist einen regelrecht irrationalen Aspekt. Alle Vernunft spricht dafür es zu tun. Selbst die Zeit wäre da!
Aber wir handeln trotzdem nicht!
So gibt es, ein bißchen schwarz-weiß gemalt, genau betrachtet zwei Arten von Menschen, die Selbständigen und die Angestellten. Die einen sind in der Lage Bilder zu erzeugen, die sich realisieren, die anderen brauchen jemanden, der Ihnen diese Bilder liefert. In der Ableitung geht es noch weiter: der eine Mensch ist in der Lage sich schon im Alltag klare Bilder zu erzeugen, der andere braucht schon Morgens, das der Wecker fünf mal klingelt. Und großen Druck, um überhaupt in den Tag zu kommen.
Jeden Morgen das gleiche Schauspiel: Der Wecker schellt um 6.30h - er wird im Rythmus von 5 Minuten abgestellt. Es kollidieren das warme, kuschelige Bett gegen die Herausforderungen des Alltages. Da wir meist keine klaren Bilder besitzen, die uns regelrecht in den Tag ziehen würden, ist es jeden Morgen das gleiche Trauerspiel.
So zieht das Leben an uns vorbei und viele Menschen erfahren niemals, wie das Leben eigentlich gedacht ist!
3. Aufschieberitis - die Lösung
Die Lösung ist die, auf der einen Seite, geplant Bilder vom Ergebnis zu erzeugen, die klar genug sind, um uns ins Handeln zu bringen. Bilder, die uns das Ergebnis regelrecht sehen, riechen und schmecken lassen. Bilder, die uns regelrecht einen Sog spüren lassen - wir nur noch loslassen müssen - alles läuft dann wie von selbst. Wir benötigen Bilder, die genauso klar sind, wie die Bilder, die der Druck und die Notwendigkeit irgendwann erzeugen. Es ist der selbe Mechanismus - nur jetzt ganz bewußt eingesetzt. Jetzt bestimmen wir den Zeitpunkt. Wir leben, anstatt gelebt zu werden!
Auf der anderen Seite, ist es spannend, sich die Aufschieberitis von Ihrer Ursache her anzusehen und aufzulösen und damit die Blockade aufzulösen.
Die Aufschieberitis ist also immer ein Hilferuf der Seele nach Ganzheit, nach Integration!
Erst in dieser Kombination aus dem Konzept: Positives Denken und Suggestion und dem Lösen der Bremsen, läuft es irgendwann in unserem Leben wirklich: wie von selbst!
Erst jetzt sind wir der Mensch, der lebt und nicht mehr der, der gelebt wird.
Oder wie es Johann Wolfgang von Goethe so wundervoll, bildhaft formuliert hat:
Nutze deine jungen Tage,
lerne zeitig klüger sein.
Auf des Glückes großer Waage
steht die Zunge selten ein.
Du musst steigen oder sinken,
du musst herrschen und gewinnen
oder dienen und verlieren,
leiden oder triumphieren,
Amboss oder Hammer sein!
Wann lösen Sie sich von den Marionettenfäden Ihrer Vergangenheit?