Autismus - wie er sich anfühlt, wie er entsteht und wie wir ihn auflösen ...

Kapitelübersicht
  1. Autismus - Einführung

    a.

    b.

  2. Autismus -



1. Autismus - Einführung

Autismus ist eine, in seinen schwächeren Formen, sehr weit verbreitete - der Psychologe würde sagen: Entwicklungsstörung.

Ich würde aus meinen Erfahrungen heraus sagen, dass es sich um einen ausstehenden oder besser noch um einen gerade anstehenden Integrationsprozess handelt, der im Außen als Symptom, als fühlbaren Hinweis, einen Hinweis geben möchte.

Allerdings habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass diese Trainings-Prozesse oft recht Anspruchsvoll waren, da ich ja als Ausgangspunkt für meine Arbeit genau die Offenheit benötige, die ja zunächst gar nicht vorhanden ist und die ja genau das zu behandelnde Symptom darstellt.

Das ganze wirkt ja zunächst ein bisschen wie ein Widerspruch in sich.

Im Moment lerne ich einige Menschen kennen, die sich auf Anzeigen melden, in denen ich Fotomodelle und Mitarbeiter suche. Ich möchte gerne z.B. für unsere neue Kollektion Meditationsbänke eindrucksvolle Fotos machen. Fotos, auf denen diese Meditationsbänke »in Aktion« abgebildet sind und die auf verschiedenste Arten besonders sind.

Zum Beispiel möchte ich gerne Fotos in Rom machen, da ich die Energie dieser Stadt liebe und sie mit der Energie der Meditationsbänke verbinden möchte.

Als zweites möchte ich Menschen auf Kongressen oder Messen zur Demonstation auf unsere Meditationsbank Samadhi setzen, um für die Interessenten schneller deutlich zu machen, wie sich das Sitzen auf dieser einbeinigen Meditationsbank anfühlt.

So bin ich jetzt oft aber sehr überrascht, wieviele Bewusstseinsprozesse auf diesem Weg intensivst bei mir angestoßen werden - ich suche ja einfach, im weitesten Sinne, Mitarbeiter und es kommen lauter Erleuchtete, die mir sehr eindringlich Ihre Lektionen nahebringen.

Erleuchtete in dem Sinne, dass ja jeder erleuchtet ist, außer mir. Und zwar deshalb, da auf einer tieferen Wirklichkeitsebene ja alles, was mir begegnet, in größter Präzision zu meinem Nutzen geschieht und sogar von mir, auf der Ebene des Schöpfers in mir und von mir, selbst erschaffen wird, um mich selbst wieder zurück in die Ganzheit jenseits der Polarität zu führen.

So natürlich auch alle Personen und Umstände, die mich umgeben. Jede Person handelt in völliger Perfektion, immer richtig und genauso, wie es zu meiner optimalen Entwicklung dient.

So lebe ich in einem perfekten Spiegel, der mir sowohl meine hellen Anteile spiegelt, an denen ich mich jeden Tag, in tiefem Glück erfreuen darf, als auch meine Schattenanteile - aber nur, um mir meine Lektionen zu präsentieren, die mich insgesamt wieder ins Licht und am Ende in die Erleuchtung führen möchten.

So gesehen bin ich immer heil, ganz: die hellen Anteile, zu denen ich ja sage, die Anteile, die ich schon integriert habe, spiegeln sich im Außen als Licht, die dunklen, nicht integrierten, die Anteile, die ich verdränge, die zu denen ich nein sage, spiegeln sich als Schatten, als Dunkel.

Erst beide Aspekte zusammen machen mich als ganzen Menschen aus und der Schatten ist somit die Orientierung ins Licht zurück, in die Ganzheit. Und sobald ich es schaffe, zu erkennen, dass ich noch dieses gespaltene Wesen bin, ich mich bewusst diesen, meinen, von mir selbst gewählten Aufgaben stelle, mehr und mehr dieser Schattenanteile zu erlösen, komme ich dem Licht als ganzes näher und ein Leben in Helligkeit, Glück und Gegegenwart beginnt.

Und genau dieses Thema ist die Basis unserer Workshops - und genau das ist die Grundidee, der von mir entwickelten Prozessmeditation.

Bei zwei der jungen Frauen zum Beispiel, die sich auf eine der Anzeigen gemeldet hatten, in denen ich Modelle für Rom gesucht habe, ging es einmal um eine dieser eindrucksvollen Lektionen und zwar zum Thema: Rechthaberei und einmal um Autismus. Und um diese zweite Lektion geht es im folgenden:

Erwähnen möchte ich eingangs noch, dass der Ausganspunkt für diese folgenden Reflektionen zwar die zwei erwähnten Begegnungen waren, ich aber im weiteren dann auch verschiedene andere Begegnungen hier mit einfliessen lasse, so dass insgesamt eine Ähnlichkeit der Fälle mit lebenden Personen eher zufällig ist.

Wir haben uns also getroffen, um zu sehen, ob wir miteinander arbeiten möchten. Dieses erste Treffen war nun schon so, dass hier keinerlei Verbindung entstanden ist. Wir haben geredet und sind dann spazieren gegangen. Aber es waren lauter Monologe - jeder von ist vollständig in seiner Welt geblieben. Das Thema Autismus bahnte sich an.

Ich habe dann im weiteren einiges von dieser Frau erfahren und sie hat sich sehr vieles an Wissen über Methoden und Inhalte, die mich ebenfalls sehr interessieren, angesammelt.

Sie hat dann immer, wenn ich Ihr etwas erzählt habe bemerkt: das wisse sie schon.

So hat sie also von mir nichts erfahren und ich habe zunächst gedacht, dass es einfach an der Situation liegt - ich kam gerade aus einer vierstündigen, für mich, sehr wichtigen Besprechung und war ein bisschen aufgedreht.

Wir haben dann im weiteren zwei mal telefoniert und uns ein paar Wochen später zu einem zweiten Treffen, an einem anderen Ort, verabredet.

Ich habe mich sehr darauf gefreut, einem Menschen zu begegnen, der, so wie ich dachte, genau wie ich, daran interessiert ist, sich in einer Reflektion - einer bewussten Spiegelung - weiter zu entwickeln.

Ich war dann also pünktlich bei Ihr und habe dann aber einen Abend erlebt, den ich im höchsten Maße als merkwürdig bezeichnen möchte.

Wir haben den Abend dann in einem Zimmer in ungefähr vier Meter Entfernung verbracht, ohne uns auch nur im entferntesten zu begegnen - so als wäre zwischen uns eine tiefe Schlucht, die absolut und unüberwindbar ist.

Ich hatte in meiner Praxis Menschen, die sehr an Autismus litten - seit diesem Abend weiss ich genau, wie sich das anfühlt.

Es ist so, als wären zwei Menschen eng zusammen, die auf zwei völlig verschiedenen Planten leben und dazu noch völlig verschiedene Sprachen sprechen.

Es herrscht eine eisige Kälte, die unüberwindbar scheint - es herrscht eine grosse Sehnsucht nach Nähe und doch ist eine Begegnung nahezu unmöglich.

Nach ziemlich genau zwei Stunden in eisiger Distanz und reiner Monologe, bin ich dann wieder gefahren.

Es war ein sehr beklemmendes Gefühl und ich war so dankbar, für die Menschen, zu denen ich im Laufe meines Lebens, das so große Geschenk, einer so tiefen Verbindung und einer so großen Nähe und Intensität erfahren durfte.

Und neben dieser eigenartigen Situation an sich, war noch etwas anderes höchst bemerkenswert. Ich habe mich Jahre zuvor mit einer Frau an genau dem Ort unseres jetzigen, ersten Treffens verabredet.

Es war eine fast zum Verwechseln ähnliche Situation - es herrschte auch damals diese eisige Stimmung, völliger Isolation zu zweit - ein sich nicht begegnen können.

Und das wirklich faszinierende war aber nun, dass sich diese beiden Frauen gut kennen, vorhaben zusammen zu ziehen und sich vor diesem gegenwärtigen Treffen zufälliger Weise begenet sind und sich vorher genau darüber unterhalten haben.

Dieses »damalige Treffen« war ja nun Jahre her und ich habe mich trotzdem so genau daran erinnert, wie eisig es war, weil ich das erstens sehr selten erlebe und ich mich zweitens nur mit diesen beiden Frauen dort getroffen hatte.

Ich hatte nun also kein »Bild« mehr von dieser ersteren Begegnung, aber diese Isolation, dieses völlig aneinander vorbeireden, dieses in zwei völlig getrennten Welten Leben war damals, mit der heutigen Situation absolut identisch - es war die absolut gleiche Situation!

In einer Stadt, mit mehreren 10.000 Einwohnern eine Begebenheit, die statistisch eigentlich völlig unmöglich ist. Eine Szenerie, die mich in meinem Modell bestärkt, in einer Scheinwelt, einer Projektion zu leben.

So ist nun für mich sehr, sehr deutlich geworden, dass ich beim ersten Mal meine Lektion wohl nicht gelernt habe und mir das Leben jetzt diese Lektion identisch ein zweites Mal vorsetzt.

Schade ist nun nur, dass ich mit dieser zweiten Frau diese Lektion ebenfalls nicht reflektieren kann, da ja überhaupt keine Begegnung, keine Verständigung stattfindet.

So reden also zwei Menschen die selbe Sprache und können sich trotzdem nicht verständigen.

Es ist wirklich das Gefühl einer seltsamen Ohnmacht - ein Gefühl, wie in einem Alptraum, in dem sich zwei sogar auf den ersten Blick, von den Lebenskonzepten her, ähnliche Menschen zwar sehen, aber denen es unmöglich ist, zu kommunizieren, sich also in irgendeiner Form zu begegnen, sich aneinader zu entwickeln. Jeder lebt völlig ohne Hoffnung, in völliger Isolation, vollständig in seiner Welt - ohne Wärme, ohne Nähe und ohne jede Empfindung von angenommen sein oder auch nur gehört werden.

Diese zwei Stunden werde ich bei nächster Gelegenheit mal filmisch nachstellen, um zumindestens in dieser Reflektion vielleicht dem ganzen und seinen Ursachen, mal auf einem ganz anderen Weg, näherzukommen.

So bin ich jetzt wirklich sehr, sehr dankbar für diese höchst eindrucksvolle Begegnung und mache mich an die Arbeit zu fühlen, herauszufinden, welche Lektion hier für mich verborgen ist.





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