Freiheit ist zu tun, was getan werden muß

  1. Freiheit ist zu tun, ... - Einführung
  2. Freiheit ist zu tun, ... - wie wir den Weg in diese Freiheit schneller finden
  3. Freiheit ist zu tun, ... - ein Beispiel
  4. Freiheit ist zu tun, ... - wie unser Leben gedacht ist
  5. Freiheit ist zu tun, ... - Reflektionen
  6. Freiheit ist zu tun, ... - Den Weg des Helden gehen


Deutsches Wörterbuch

Freiheit
  1. Unabhängigkeit von Zwang od. Bevormundung od. Behinderung
  2. 〈Rechtsw.〉 Vorrecht, Privileg (Abgaben~)
  3. Zustand des Nichtgefangenseins, Möglichkeit, sich ungehindert zu bewegen

    ● ~ von Forschung und Lehre Unabhängigkeit von F. u. L.; die ~ des Gewissens, Handelns, der Presse, Rede; ~, Gleichheit, Brüderlichkeit (Formel für die Ziele der Französ. Revolution); ~ der Meere freie Benutzbarkeit

    ● dichterische ~ 〈Lit.〉 Möglichkeit des Dichters, Schriftstellers, einen auf Realität beruhenden Stoff nach seinen Vorstellungen umzugestalten

    ● jmdn. der ~ berauben ihn gefangen setzen; seine ~ erlangen, wiedererlangen, verlieren; sich manche ~en erlauben, herausnehmen Sitte u. Konvention nicht beachten; jmdm. die ~ geben, schenken; jmdm. volle ~ lassen; diese ~ nehme ich mir das erlaube ich mir

    ● für, um die ~ kämpfen; der Weg in die ~ 〈fig.〉; du hast volle ~ in dieser Angelegenheit 〈fig.〉 du kannst ganz nach eigenem Ermessen entscheiden; jmdn. od. ein Tier in ~ setzen; mit großer ~ reden sehr offen; nach ~ streben


1. Freiheit ist zu tun, ... - Einführung

»Freiheit ist zu tun, was getan werden muss«. Klingt sicher zunächst für viele Leser ein wenig seltsam? »Freiheit« und »ich muß« - was hat das mit »Freiheit« zu tun? Wenn ich aber mein Leben so betrachte und dass vieler anderer Menschen, so fällt mir auf, dass es oft völlig klar ist, was getan werden müsste - getan werden muss. Es aber nicht getan wird - es sogar scheinbar nicht getan werden kann. Wir haben alle ein ganz feines Gespür für das, was gerade jetzt getan werden müsste, was gerade jetzt getan werden muss, um in die wirkliche Freiheit, ins Leben zu gelangen. Wir haben dann oft das Gefühl es nicht zu können, wir schieben es vor uns her, wir leben lieber bequem und sicher. Wir halten lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach. Wir erleben so fünf Prozent unserer Möglichkeiten und wählen die Ersatzbefriedigung statt endlich zu LEBEN.

Auch der Kurs in Wundern führt sehr schön aus, dass wir immer lediglich wählen können, wann wir eine Aufgabe lösen - nicht ob! Wir kommen um keine Aufgabe herum. Wir können also aufschieben und schieben damit unser LEBEN auf! Oder wir entscheiden uns, die Aufgabe jetzt zu lösen und damit das Leben, so wie es gedacht war - in seiner Intensität, seiner Faszination, seiner Klarheit - sofort zu beginnen. Wir können uns aber auch entscheiden zu einem festgesetzten Zeitpunkt pünktlich Kaffee zu trinken und Kuchen zu essen, im Warmen zu lesen und uns Videos anzusehen.

Ich war z.B. mal in Ägypten und habe mich entschieden morgens um fünf Uhr, mit einem einheimischen Führer und Pferden zum Sonnenaufgang, durch die Wüste zur Meditation zu den Pyramieden zu reiten. Ich habe mich sehr darauf gefreut und gedacht, dass mich sicher einige aus der Reisegruppe begleiten. Der einheimische Reiseleiter hat dann jeden, der Ihn darauf angesprochen hat, vor den Gefahren gewarnt und so habe ich mich alleine auf den Weg gemacht.

Es war ein hochintensives Abenteuer und es wurde noch viel schöner als von mir erwartet. Als ich dann mit deutlicher Verspätung zurückkam und begeistert von meinen Erlebnissen berichtet hatte, haben einige gesagt: ja wenn wir das gewußt hätten ... Aber so funktioniert das Leben nicht. Und es ist ein riesen Unterschied von einem solchen Abenteuer zu hören oder zu lesen oder es selber zu erleben!

Aber selbst ein Affe lässt sich mit dem Phänomen des nicht loslassen könnens leicht fangen: Wir stellen also einen schweren Krug so hin, dass der Affe leicht Zugang hat und wählen die Öffnung so, dass der Affe mit der Hand gerade so hineingreifen kann und leicht bis zum Boden des Kruges kommt. Dann legen wir eine Banane hinein. Der Affe kommt also heran, fährt mit der Hand in den Krug, und greift sich die Banane. Dann können wir den Affen in Ruhe fangen, denn mit der Banane in der Hand kommt er mit der Faust nicht mehr aus dem Krug heraus. Er lässt sich lieber fangen, als die Banane wieder loszulassen. Er opfert lieber sein Leben, als die Banane. Auch hier wäre Freiheit das zu tun, was getan werden muss!

All diese Menschen haben nicht die Freiheit, das zu tun, was getan werden muss und einige haben sehr darunter gelitten, leiden sehr darunter, waren verzweifelt, haben Ihr Leben ein Stück weit verloren. Vielen Menschen ist es auch gar nicht bewusst, den Weg der Angst zu gehen. Ihnen fehlt im Leben einfach insgesamt nur der Glanz, die Brillanz und die Präsenz. Dabei könnten Sie alle das wunderbare Wesen sein, das sich entfaltet, das aufblüht wie eine Blume in der Frühlingsonne - leben aber stattdessen lieber Ihre Ängste. Und könnten doch jetzt alles ändern.

Es folgen später noch einige weitere Beispiele und für den Moment nur die Aussage, dass der Held - auf dem Weg in die Freiheit - auch im „kleinen“, genau der ist, dem klar ist, was getan werden muss und der genau das tut, was getan werden muss - der ist, der seine Muster und Ängste überwindet und den Weg geht, der zu gehen ist. Der erkennt, dass nur der Weg hindurch der Weg hinaus, der Weg in die Freiheit, ins Licht ist. Der erkennt, dass es immer nur zwei Wege gibt: den leichten und den richtigen. Oder wie Seneca es so wunderbar auf den Punkt gebracht hat: »Per aspera ad astra«.

Und mir wird immer mehr klar, dass das Ganze vielleicht auch nur dann verständlich wird, wenn man dies auch einmal - zumindest im kleinen - erlebt hat. Und der, der stets nach dem Motto lebt, dass bei Sturm jeder Hafen der richtige ist, das vielleicht auch niemals erkennen wird.

Diese Sehnsucht danach, zu dem großartigen Glücksgefühl zu kommen, das uns immer erwartet, wenn wir den Weg des Helden gegangen sind. Wenn wir den Weg durch die Angst gegangen sind. Wenn wir den Weg gegen den Strom in Richtung auf die Quelle zu gegangen sich.

Wenn wir einmal das reine, klare Wasser dort gekostet haben.

Und wenn wir den Berg bestiegen haben, auf dem Gipfel stehen und diese pure Gegenwart erleben, der einzige Ort, an dem wahre Freiheit zu Hause ist und wir das Gefühl haben jedes Abenteuer bestehen zu können und zugleich angekommen zu sein.

Und auch hier ist der Satz von Sokrates: »Lernen ist sich erinnern« angebracht. Denn nur, wer das hier liest und sich an die Wahrheit dieser Worte erinnert, findet vielleicht auf dem Weg zu diesem Erkenntnisprozess, der ins Licht, in die Freiheit, in die Gegenwart, ins Paradies führt.


2. Freiheit ist zu tun, ... - wie wir den Weg in diese Freiheit schneller finden

Was also ist zu tun, wenn wir spüren, in so einer Situation zu sein. Genau zu wissen was zu tun ist - aber es immer wieder vor sich her zu schieben. Immer und immer wieder - das eigentlich nötige nicht zu tun?

DIe Situation wird bedrohlicher - der Druck wächst - wir sind wie gelähmt.

Welche Lektionen liegen hier verborgen? Und immer wieder gilt: der Weg hindurch ist der Weg hinaus.

Es gilt, sich der Situation zu stellen - zu spüren: hinzuschauen - zu fühlen - zu riechen ... stand zu halten. Und in dem Moment läuft auch schon alles wie vonselbst. Wir leben dann JETZT, im JETZT, - GEGENWÄRTIG - plötzlich spüten wir Orientierung und Handlungskompetenz.

Die Situation ist im Licht der Gegenwart betrachtet plötzlich leicht handhabbar. Oft spüren wir das Glück, das hier verborgen liegt als Belohnung. Die Situation ist plötzlich überschaubar und die dunklen Wolken öffnen sich - die Sonne bricht durch.

Weshalb haben wir uns so lange beeinträchtigen lassen - haben uns dem Zerrbild der Angst überlassen. Nicht gelebt? Diese Scheinwelt, diese Zerrwelt schien so real.

Wie aber finden wir den Ausgang aus diesem Trugbild das nächste Mal schneller?

Welchen Hintergrund hat dieser Mechanismus, der uns scheinbar oft nicht leben läßt - uns so oft so beeinträchtigt?


3. Freiheit ist zu tun, ... - ein Beispiel

Hier ein Beispiel aus der Praxis - ich drucke es so ab, wie ich es bekommen habe: es geht hier um jemandem, der unter Messiesymptomen leidet und über die Jahre Kubikmeterweise alles mögliche angesammelt hat und der einen Umzug aus einer 120 m² Wohnung und einer undichten Scheune in ein Traumanwesen mit 500 ² Nutzfläche zum Teil hinter und zum Teil vor sich hat: es handelt sich jetzt um Unterlagen, Werkzeug, Schuhe, Möbel, alte Computer, Bilderrahmen, ...

Ich habe den größten Teiles meines Umzuges - die Wohnung ist komplett umgezogen - hinter mir und habe nun noch das Dachgeschoß, dass am Ende eigentlich nur noch Abstellcharakter hatte und eine Schäume zu räumen.

Ich schiebe diese Aktion schon wochenlang vor mir her - was fällt mir so schwer daran, das Dachgeschoß zu räumen?

Auf der anderen Seite verliere ich hier mein Leben: Ich schiebe es wieder und wieder vor mir her, binde dadurch so viel Energie und kann mein Leben im Moment nicht Leben. Ich hänge hier fest und ich benötige die in den Zyklen gebundene Handlungsenergie für ein Traumleben, das ich hier Leben könnte.

Ich habe mir hier eine Aufgabe gestellt, die mich fordert. Ich habe seit dem ich all die Hintergründe reflektiere das Gefühl der Prozess des Handelns läuft an. Heute starte ich und hole wenigstens einen Hänger her und räume ihn auch wieder aus.

Habe ich all das obe angeführte integriert? Ich werde noch tiefer in die Prozese hineingehen, um mir all diese Prozesse stärker ins Bewußtsei zu holen und auf zu lösen.

Ich habe mir die Aufgaben gestellt - ich löse sie gerne und gründlich!

Ich begegne mir ja ständig selbst und da es hier so gehäuft kommt, ist es irgendwie zu viel.

Im Moment muss ich richtig lächeln - das ganze scheint zu wirken.

4. Freiheit ist zu tun, ... - wie unser Leben gedacht ist - Ausblick

Was, wenn wir nun alles gelernt haben, wieder heil sind - alles abgespaltene integriert haben?

5. Freiheit ist zu tun, ... - Reflektionen

Zitat: Zunächst möchte ich den Satz wiederholen, an dem Deine Klientin sich so sehr gestossen hat: "Freiheit ist, das zu tun, was getan werden muß."

Ich verstehe das so: "Freiheit /entsteht/ da, wo ich /freiwillig/ das tue, was (ohnehin) getan werden /muß/." In diesem Sinne kann ich dann z.B. auch frei sein, obwohl ich definitiv hinter Kerkermauern sitze!

Aber wie schon gesagt, die Abwehrhaltung gegen diesen Satz entspringt meiner Meinung nach eben aus der Vorstellung, die die meisten Menschen von dem Begriff »Freiheit« haben.

Ein spannendes Thema und später mehr dazu. Demnächst werde ich auch ein Forum und einen Blog auf dem Server einrichten und freue mich jetzt schon auf interessante Reflektionen dort.


6. Freiheit ist zu tun, ... - Den Weg des Helden gehen





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