Gegenwart

Angst ist niemals
in der Gegenwart.


Deutsches Wörterbuch

Konzept
  1. erste Niederschrift, erste Fassung
  2. Plan, Entwurf, Programm
Gegenwart
  1. Jetztzeit, die Zeit, in der man gerade lebt
  2. Anwesenheit, Nähe, Dabeisein
  3. 〈Gramm.〉 = Präsens; → Lexikon der Sprachlehre



Dies ist wohl das Kernthema unseres Workshops und auch das Kernthema der meisten Weisheitslehren und überhaupt aller menschlicher Existenz. Dieser Begriff Gegenwart beschreibt einen Zustand höchster Präsenz, höchster Handlungskompetenz und ist das Ziel von Millionen von Menschen. Er wirkt so schlicht und beinhaltet doch das Geheimnis dieses Lebens.

Nur in der Gegenwart finden wir Liebe, Glück, Erfüllung, Handlungskompetenz oder Erleuchtung - je nachdem aus welchem Winkel wir ihn betrachten. Weshalb aber sind wir so selten ganz bei dem, was wir tun?

Es gibt einen Satz, der lautet: Tu nie zwei Dinge zugleich!

Weshalb erreichen wir diesen Zustand so selten und weshalb sehnen wir uns alle - bewußt oder unbewußt nach diesem Verweilen ohne Zeit? Und wie gelangen wir dahin?

Wenn wir uns zunächst die Frage stellen, wo wir uns hauptsächlich befinden, dann ist es wohl die Vergangenheit und die Zukunft. Wir sehen etwas und es erinnert uns an irgendetwas - ständig leben wir in irgendwelchen Szenen der Vergangenheit - und genau dadurch sehen wir die Welt durch die Brille dieser, unserer Vergangenheit. Nie sehen wir den Gegenstand an sich!

Oder wir verweilen in der Zukunft - wir planen, träumen, flüchten. Und genau darüber verlieren wir unser Leben, das nur hier und jetzt stattfindet.

Die Katze fängt den Ball, da sie nicht interpretiert, nicht nachdenkt und nicht in irgendwelchen Assoziationen steckt. Der Mensch überlegt und assoziiert und der Ball geht ins Tor. Und das Leben zieht vorbei!

Wir rennen und rennen und rennen und gleichen doch dem Hamster im Rad oder dem Esel, dem eine Mohrrübe vor die Nase gebunden wird. Wir gleichen Syssiphus: wir rollen den Stein den Berg hinauf - kaum ist er oben rollt er den Abhang wieder hinunter. Und wir fangen von vorne an.

Dann finden wir das Glück und unser Leben, wie wir es uns vorstellen nicht und anstatt innezuhalten, rennen wir umso schneller. Wir verlieren unser Leben mehr und mehr - suchen Ersatz im Konsum, selbst an sich wunderbare Möglichkeiten, wie Reisen, Lesen, Sexualität, Essen, Trinken, Feiern werden zu Ersatz und Flucht. Wir erleben einen Hauch von Gegenwart, wenn wir mit 250km/h über die Autobahn fliegen, wenn wir uns im Wintersort einen Abhang hinunter stürzen, wenn wir an einem Gummiseil in eine Schlucht stürzen ... oder, oder, oder, ...

Wir finden das Glück aber nur in uns und nur im Hier und Jetzt - sonst nirgends - garantiert. Wie also gehts?






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Lernen ist
sich erinnernSokrates